Handchirurgie - Praxisgemeinschaft Dr. Gredler und Dr. Schwentner
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Handchirurgie

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Handchirurgie

 

Schidaumen

Der Schidaumen gehört zu den Verletzungen, die am öftesten übersehen werden.

Diese Verletzung heißt zwar Schidaumen, kommt aber natürlich nicht nur beim Schifahren vor. Meist ist das Gelenk angeschwollen und schwer klinisch prüfbar. Nur der geübte Untersucher kann eine Überdehnung von einem vollständigen Bandriss unterscheiden. Letzte Sicherheit bringt zuverläßig eine MRI-Untersuchung. Ist das Band gerissen, muss genäht werden und zwar innerhalb einer Woche nach der Verletzung. Die Operation garantiert einen sicheren Griff des Daumens. Unversorgt resultiert eine chronische Instabilität des Daumengrundgelenkes.

 

Ringbandspaltung („schnellender Finger“)

Die Beugesehnen werden durch sog. Ringbänder am Knochen fixiert, um eine optimale Greifkraft zu erzielen. Eine Einengung der Beugesehnenscheide an diesen Ringbänder durch eine entzündliche Sehnenverdickung wird als „schnellender Finger“ bezeichnet. Bei Beugung bleibt die Sehne hängen und der Finger kann nur mit Krafteinsatz wieder gestreckt werden. Die verdickte Beugesehne rutscht dabei durch das Ringband hindurch. Es kommt, oft mit Schmerzen, zu einem charakteristischen Schnappen oder „Schnellen“ des Fingers. Im Endstadium kann es sogar zu einer Bewegungsunfähigkeit mit einer sog. Blockierung kommen. Jeder Finger kann von diesen Veränderungen betroffen sein. Bei milder Ausprägung kann zu Beginn eine Injektionsbehandlung mit Kortison durchgeführt werden. In einigen Fällen kann damit ein kompletter Rückgang der Beschwerden erzielt werden. Bei wiederholtem Auftreten der Beschwerden, Blockierung der Beweglichkeit oder mehreren betroffenen Fingern sollte die operative Spaltung des Ringbandes – meist in lokaler Betäubung – durchgeführt werden. Die Langzeitprognose nach der Operation ist sehr gut, so dass die Sehne sich wieder frei bewegen kann

 

Carpaltunnelsyndrom – „CTS“ (Nervenschmerzen an der Hand)

Es handelt sich hierbei um eine der häufigsten Erkrankungen in der Handchirurgie.

Der Karpaltunnel liegt auf der Beugeseite des Handgelenkes, an drei Seiten durch Knochen begrenzt, die vierte Seite wird von einem derben bindegewebigen Band unter der Haut gebildet. Die Beugesehnen von Daumen und Fingern und ein Nerv (Nervus medianus) verlaufen durch diesen Kanal bzw. Karpaltunnel. Bei Schwellungszuständen im Karpaltunnel kommt es zu einer Einengung des Nerven. Dieser Druck auf ihn verursacht die typischen Symptome: Gefühlsminderung oder Kribbeln am Daumen, Zeige-, Mittel- und der Hälfte des Ringfingers. Wegen der Gefühlsminderung ist das Greifen kleiner Gegenstände häufig erschwert oder unmöglich. Es kann zu einem Kraftverlust oder Schwäche der betroffenen Hand kommen. Auch bestimmte Tätigkeiten des Alltags mit vermehrter Belastung der Hände können Auslöser sein. In der Nacht kommt es häufig zu einer Zunahme der Beschwerden. Schmerzen können bis in die Schulter ausstrahlen, so dass eine Verwechslung mit Halswirbelsäulenbeschwerden möglich ist. Häufig können die Beschwerden durch ein „Ausschütteln“ der Hand gelindert werde. Manchmal kann eine Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit durch einen Neurologen erforderlich sein.

 

Bei milden Formen ist eine Behandlung ohne Operation möglich: Vermeiden auslösender Tätigkeiten im Alltag, Änderung der Arbeitsabläufe, Lagerungsschienen zur Nacht und entzündungshemmenden Medikamenten. Ein Versuch mit Kortison kann über eine Injektion in den Karpaltunnel die Beschwerden lindern.

 

Kann kein Rückgang der Beschwerden erreichen werden, hilft die Operation.

Mit einem kurzen Hautschnitt über dem Handgelenk wird das Band komplett gespalten, sodass der Nerv weniger eingeengt ist. In manchen Fällen muss zusätzlich die Entfernung von Sehnengleitgewebe erfolgen, um dem Nerv noch mehr Platz zu bieten. Die Operation wird meist in regionaler Betäubung und ohne stationären Aufenthalt durchgeführt. Im Anschluss soll die Hand für 3 Wochen geschont werden.

 

 

Ganglion („Überbein“)

Ganglien sind die häufigste Ursache für gutartige Weichteilschwellungen der Hand und des Handgelenkes. Sie werden häufig auch als Überbein bezeichnet, obwohl sie nicht vom Knochen ausgehen. Bei einem Ganglion handelt es sich um eine gutartige zystische Veränderung, welche mit Flüssigkeit gefüllt ist. Nicht alle Ganglien müssen operativ therapiert werden. Manche bilden sich spontan zurück, andere bleiben klein und verursachen keine Beschwerden. Bei größeren Ganglien oder Beschwerden erfolgt die Behandlung durch Entfernung der Zyste samt ihres Stiels. Nach der Operation sollte die betroffene Hand bis zur Heilung geschont werden.

 

Dupuytren-Erkrankung (Narbenverhärtung an der Hand)

Die Dupuytren-Kontraktur kann die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken, da selbst Alltagshandlungen wie Autofahren, das Waschen des Gesichts oder Händeschütteln beeinträchtigt werden können.

Die Dupuytren-Kontraktur wird durch eine Verdickung des Gewebes in der Hohlhand („Palmaraponeurose“) unter der Haut verursacht. Die Finger werden immer krummer, ein Strecken ist nicht mehr möglich. Sobald ein Funktionsverlust eintritt oder die Erkrankung zunimmt, ist eine Behandlung erforderlich. Es stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.

 

Bei der Nadelfasziotomie werden die Dupuytren-Stränge mit Nadelstichen durch die Haut so weit geschwächt, dass sie manuell gestreckt und zerrissen werden können. Ist die Erkrankung nicht zu weit fortgeschritten, gelingt es mit dieser Methode im allgemeinen, die Finger wieder gerade und funktionsfähig zu machen. Die Wunden verheilen meist rasch, und man kann die Hand schon nach wenigen Tagen wieder benutzen. Eine Wiederholung des Eingriffes ist möglich.

 

In fortgeschrittenen Fällen ist eine Operation anzuraten. Dabei wird das veränderte Gewebe komplett entfernt. Dabei müssen Nerven und Blutgefässe geschont werden. Da die Haut oft fest mit den Strängen verwachsen ist, kann die Wundheilung länger dauern. An die Operation schließt sich darum in der Regel eine Schienenruhigstellung an. Nach der Operation sind regelmäßige Bewegungsübungen notwendig, um eine erneute Versteifung der Finger durch die Operationsnarben zu vermeiden. In sehr fortgeschrittenen Stadien mit sehr stark verkrümmten Fingern bietet eine Operation weiterhin die besten wie auch sichersten Behandlungsergebnisse.

 

Wir bieten unseren Patienten auch die Möglichkeit, in ausgewählten Fällen die Dupuytren-Kontraktur mit einer Spritze und ohne Operation zu behandeln.

Bei der Untersuchung wird geklärt, ob der Befund für eine Spritzenbehandlung mit Xiapex® geeignet ist. Dabei wird mit einer kleinen Nadel das Medikament  (das Enzym Kollagenase aus Clostridium histolyticum) direkt in jenen Strang gespritzt, der die Krümmung Ihres Fingers verursacht. Nach der Injektion wird ein Verband angelegt und die Hand geschont. Am darauf folgenden Tag erhalten Sie eine Betäubung für die betroffene Hand. Dann wird – für Sie schmerzfrei – der zu behandelnde Finger langsam gestreckt, bis der Dupuytren-Strang kontrolliert zerreißt und der Finger wieder besser beweglich ist. Bitte beachten Sie, dass immer nur ein Finger mit Xiapex® behandelt werden darf.

 

Arthrose

Die Daumensattelgelenksarthrose stellt eine Verschleißerscheinung („Arthrose“) im Daumensattelgelenk dar. 

Im Frühstadium der Erkrankung besteht häufig eine Kraftlosigkeit des Daumens mit belastungsabhängigen Schmerzen. Im Verlauf können die Schmerzen stark zunehmen und ausstrahlen. Es kommt zu einem Anschwellen der Weichteile über dem Gelenk, mit Überwärmung und auch Rötung („Entzündung“). Ein kraftvoller Einsatz des Daumens ist nicht mehr möglich. Im Frühstadium der Erkrankung hilft häufig eine Behandlung mit Ruhigstellung oder Kortisoneinspritzung. Bei anhaltenden Beschwerden und Schmerzen wird in der Regel die Operation empfohlen. Bei den meisten Patienten wird hierbei das große Vieleckbein (Os trapezium) entfernt und der Daumenstrahl mit einem Teil einer körpereigenen Sehne am Zeigefingerstrahl aufgehängt. Zusätzlich wird der entstandene Hohlraum mit dieser Sehne aufgefüllt. Diese Operation wird von den Handchirurgen als „Resektions-Suspensions-Interpositions-Arthroplastik“ bezeichnet. Nach der Operation ist eine vierwöchige Ruhigstellung in einer Daumengipsschiene erforderlich. Mit einem Belastungsaufbau des Daumens kann meist 8 Wochen nach der Operation wieder begonnen werden. Bei Patienten mit hohem Kraftanspruch an ihre Hand kann alternativ hierzu die Versteifung des Daumensattelgelenkes mit einer Platte und Schrauben durchgeführt werden. Auch bei dieser Operation ist eine Gipsruhigstellung erforderlich.